Sonntag, 22. Juli 2018

Sommergrüße und Leserbrief

Wir wünschen allen Kolleginnen und Kollegen einen schönen Sommer!



Zum Abschluss unseres Arbeitsjahres machen wir mit einem Leserbrief in der Kleinen Zeitung vom 22.07.2018 auf die fehlende Qualitätsdiskussion aufmerksam. Hier unser Schreiben in voller Länge:

Leserbrief zum Artikel „Land fördert die Kinderbetreuung“ vom 12.07.2018
 
Es ist sehr erfreulich, dass das Land Kärnten in den elementaren Bildungsbereich investiert. Doch warum geht es in der Diskussion und bei den Investitionen nie um Fragen der Qualität unserer Kinderbildungs- und betreuungseinrichtungen?
Zu wenig Vorbereitungszeit, zu wenig Personal, zu große Gruppen, zu wenig Unterstützung bei der Integration von Kindern mit besonderen Bedürfnissen – dies sind nur die brennendsten Punkte, die seit Jahren auf Bearbeitung und vor allem Finanzierung warten.
Trotzdem drehen sich die öffentlichen Diskussionen nur um Öffnungszeiten,  Ausbau von Plätzen und die Frage wer die Kosten trägt. Alles berechtigte Fragen, aber keine davon thematisiert, welche Veränderungen der Rahmenbedingungen notwendig wären, um Kindern in einer Einrichtung eine gesunde und bildungsförderliche Atmosphäre zu bieten.
Diese Frage sollte uns als Gesellschaft wichtig sein, schließlich verbringen Kinder immer mehr Zeit ihrer Kindheit in Kinderbildungs- und betreuungseinrichtungen. Anstatt einer ideologisch aufgeladenen Diskussion, ab wann Kinder in eine Einrichtung gehen sollen oder müssen, sollten wir uns fragen, wie wir diese Lebensorte der Kinder so gestalten, dass sie den Entwicklungsbedürfnissen gerecht werden.
Es reicht hier nicht darauf zu verweisen, wie wichtig die Gruppenerfahrung für das soziale Lernen ist. Soziales Lernen, Sprachförderung und was sonst noch alles vom elementaren Bildungsbereich erwartet wird, findet nicht automatisch statt, nur weil wir Kinder in eine Gruppe mit Gleichaltrigen stecken. Es braucht einfühlsame Begleitung durch qualifizierte Pädagogen und Pädagoginnen, die auch Zeit genug haben, um auf jedes einzelne Kind einzugehen und die alltäglichen Geschehnisse in der Gruppe zu reflektieren und im Team oder in der Supervision aufzuarbeiten. Pädagogen und Pädagoginnen brauchen neben dem Fachwissen auch zeitliche, finanzielle und personelle Ressourcen, um Kindern einen Raum zu bieten, in dem sie vielfältige Lernerfahrungen sammeln können.
Und wir Pädagoginnen und Pädagogen, Kleinkinderzieherinnen und –erzieher, Tageseltern – wir alle brauchen Arbeitsbedingungen unter denen wir die verantwortungsvolle Aufgabe Entwicklungsbedürfnisse, Bildungsaufträge und Aufsichtspflicht unter einen Hut zu bringen, auch leisten können und entsprechend entlohnt werden.
Darüber sollen Verantwortungsträger auf Landes- und Bundesebene reden und endlich Finanzierungsformen für bessere Rahmenbedingungen schaffen.
 
Mag. Elisabeth Nuart für den
Vorstand der Berufsgruppe der elementaren
Bildungseinrichtungen Kärntens
 
 

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